Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

Gesamte operative und konservative Behandlung von Erkrankungen der Prostata, Niere, Harnblase und des äußeren Genitales

Gutartige Prostatavergrößerung - BPH = benigne Prostatahyperplasie

Die benige Prostatahyperplasie (BPH) bzw. die gutartige Prostatavergrößerung stellt die häufigste gutartige Erkrankung des Mannes dar. Prävalenz- und Autopsie-Studien zeigen, dass mit dem 30. Lebensjahr ein altersabhängiger, exponentieller Anstieg der Häufigkeit etwa auf 50% in der 5. Lebensdekade einsetzt.

Im 8. Lebensjahrzehnt lässt sich schließlich bei nahezu allen Männern eine BPH nachweisen. Die Entwicklung der Beschwerden geht jedoch mit den histomorphologischen Veränderungen der Prostata nicht parallel einher, sodass nur ca. 10%-20% aller Männer im Verlauf ihres Lebens wegen einer BPH behandelt werden müssen, womit von einem Verhältnis von 4:1 zwischen asymptomatischer (Adenomträger) und therapiebedürftiger BPH (Adenomkranker) auszugehen ist.

 

Wie entsteht die Krankheit?

Faktoren, mit denen die Entwicklung einer BPH korreliert, sind Lebensalter und die männlichen Geschlechtshormone. Der Einfluss von Tabakkonsum, Körpermasse und Alkoholkonsum ist noch unklar.

Während Prostatakarzinome in mehr als 70% der Fälle in der peripheren (außenliegenden) Zone der Prostata entstehen, entwickelt sich die BPH überwiegend in der Übergangszone. Bei einer Größenzunahme dieses Anteils wird die periphere Zone zusammengedrückt ("Apfelsinenschale", BPH= "Fruchtfleisch"). Dadurch kommt es auch zu einer Einengung der Harnröhre und den daraus entstehenden Beschwerden.

Die periphere Zone wird als "chirurgische Kapsel" bei der operativen Behandlung der BPH belassen, weshalb auch nach der Operation einer BPH ein Karzinom der belassenen Zone in der Folgezeit entstehen kann und entsprechend Prostatakarzinomfrüherkennungsuntersuchungen weiterhin notwendig sind.

 

Was sind die typischen Symptome (Beschwerden) der Krankheit?

Das durchschnittliche Alter, bei dem Beschwerden des Patienten bei Prostatahyperplasie auftreten, liegt bei 65 Jahren. Die Symptomatik der BPH lässt sich in obstruktive Symptome (Miktionssymptome) wie Harnstrahlabschwächung, Miktionsverlängerung, Startverzögerung, Nachträufeln, Restharngefühl und Harnverhaltung sowie irritative Symptome (Speichersymptome) wie Pollakisurie (häufiger Harndrang), Nykturie (nächtliche Miktionen), imperativen Harndrang und Dranginkontinenz unterteilen.

Langfristige Konsequenzen der Obstruktion mit Restharnbildung können wiederkehrende Harnwegsinfekte, Blasensteinbildung, Harnverhalt, Überlaufinkontinenz (ständiger Urinverlust) und beidseitige Harnstauungsnieren sein. Symptombezogen wird im deutschsprachigen Raum eine Einteilung in drei klinische Stadien vorgenommen. Eine weitere mögliche Folge der Prostatahyperplasie ist der akute Harnverhalt, d.h. ein Patient kann trotz starken Harndranges und sehr voller Blase kein Wasser lassen, es muss ein Katheter eingelegt werden, um Entlastung zu schaffen.

Stadien

  • I "Reizblasenstadium": verzögerter Miktinsbeginn, häufiges und nächtliches Wasserlassen, kein Restharn
  • II "Restharnstadium": Zunahme der dysurischen Beschwerden (s. o.) und Restharnbildung
  • III "Dekompensationsstadium": Überlaufblase, Harnstauungsniere, Nierenfunktionsstörugen

 

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Das Abtasten der Prostata über den Enddarm (die digitale-rektale Prostatatastuntersuchung) informiert über Größe und Konsistenz der Prostata. Ein erfahrener Untersucher kann hier einen tumorverdächtige Struktur an der Prostata ertasten. Der Tastbefund und der im Blut bestimmte PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) mit Bestimmung des PSA-Quotienten zwischen freiem und totalen PSA ermöglichen die Identifizierung von Patienten, denen eine Prostatastanzbiosie (Entnahme von Proben aus der Prostata mit einer dünnen Nadel) zum Ausschluss eines Prostatakarzinoms empfohlen werden sollte. Dies ist auch daher wichtig, da die Therapie eines Prostatakarzinoms eine ganz andere ist als bei der gutartigen Vergrößerung. Die Ultraschalluntersuchung dient der Größenbestimmung der Prostata und der Restharnbestimmung. Mit der transrektalen (Ultraschallsonde im After) Sonographie ist eine exaktere Erfassung von Prostatagröße und Echotextur möglich, zusätzlich dient sie der Führung für Prostatabiopsien. Die Uroflowmetrie misst die Harnstrahlstärke und ermöglicht eine orientierende Einteilung zwischen krankhaften und unauffälligen Miktionsmuster.

Die Druck-Fluss-Studien, eine Messung der Drücke in der Blase während des Wasserlassens durch einen kleinen Katheter, sind derzeit die einzige Möglichkeit, eine Blasenauslassobstruktion (erhöhter Widerstand) urodynamisch zu objektivieren.

 

Prostatakrebs

Der Prostatakrebs, medizinisch Prostatakarzinom genannt, ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes. Die Zahl der Neuerkrankungen erhöht sich in Deutschland jedes Jahr um etwa 44.000. Das heißt, dass insgesamt etwa jeder achte Mann im Laufe seines Lebens am Prostatakrebs erkrankt. Das Risiko hierfür steigt insbesondere ab dem 50. Lebensjahr steil an. Da Beschwerden erst in fortgeschrittenen Stadien auftreten, werden zum Zeitpunkt der Diagnose bereits bei 20% aller Patienten Tochtergeschwülste in anderen Organen (Metastasen) gefunden.

Etwa 14.500 Männer sterben in Deutschland jedes Jahr am Prostatakrebs. Einzig zuverlässiger Schutz ist die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung.

 

Wie kann man das Risiko vermindern?

Bemühen Sie sich um eine ausgewogene Ernährung: Ein hoher Anteil von frischem Obst und Gemüse ist erstrebenswert. Auf tierische Fette sowie rohes Fleisch sollten Sie eher verzichten. Achten Sie insbesondere darauf, frische Tomaten und Tomatenprodukte wie Saucen oder auch Ketchup in ihre tägliche Ernährung mit aufzunehmen. Hier besteht ein nachweislicher Effekt in der Vorbeugung des Prostatakarzinoms.

 

Diagnostik

Bei der Vorsorgeuntersuchung kann der Prostatakrebs durch die körperliche Untersuchung, spezifische Laboruntersuchungen (PSA, PCA-3) und Ultraschall bereits in frühen und damit heilbaren Stadien erkannt werden. Darüber hinausgehende Empfehlungen wie z.B. die labortechnische Bestimmung von Tumorzellen/Stammzellen im Blut oder der primäre Einzsatz der MR-Spektroskopie entbehren derzeit einer wissenschaftlichen Grundlage. Es handelt sich dabei um teure Untersuchungen, die zu keinem definitiven Ergebnis führen und daher die betroffenen Patienten stark verunsichern.

 

Prävention und Früherkennung

Zu den Aufgaben der modernen Medizin gehört nicht nur die Behandlung (kurative Medizin) von Krankheiten. Vielmehr versucht sie dazu beizutragen, Krankheiten in ihrer Entstehung zu verhindern (Prävention) oder sie zumindest bereits kurz nach ihrer Entstehung und damit in gut behandelbaren Stadien zu erkennen (Früherkennung). Untersuchungen zur Früherkennung, häufig auch einfach Vorsorge genannt, sollten also regelmäßig auch dann durchgeführt werden, wenn man sich selbst völlig gesund fühlt (subjektiv beschwerdefrei). Leider glauben viele Menschen, dass sie gesund sind, wenn sie keine Beschwerden haben. So nehmen nur 34% der Frauen und 15% der Männer Angebote zur Vorsorge wahr.

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