Wertvoller fachlicher Austausch beim Palliativnetzwerktreffen

 
170 Teilnehmer aus allen Fachbereichen trafen sich im Heimathaus Sögel mit den Palliativmedizinern Dr. med. Hermann-Josef Bergmann, Hümmling Hospital Sögel und Palliativmediziner Dr. med. Matthias Thöns aus Witten. Thöns beschreibt in seinem Vortrag die fatalen Zusammenhänge zwischen dem Leiden unheilbar Kranker und den Anreizsystemen des aktuellen Gesundheitssystems. Aus seinem Alltag schildert er Beispiele medizinischer Überversorgung am Lebensende, die aus seiner Sicht mehr Leiden als Linderung hervorruft. Wie bei Erkrankten im Endstadium oder bei Hochbetagten mit geringer Lebenserwartung, wenn sie medizinischen Eingriffen ausgesetzt werden, wo kein Benefit mehr zu erwarten ist. Besonders schwer gestalte sich die Situation von Demenzerkrankten oder Wachkomapatienten, sofern sie vor dem Verlust ihres Bewusstseins keine Patientenverfügung hinterlassen haben. Er fordert die finanziellen Fehlanreize im Gesundheitssystem abzuschaffen, damit die Patientenversorgung und nicht die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund steht. Seine Empfehlung gilt einer frühzeitigen palliativmedizinischen Versorgung von Patienten mit lebensbegrenzenden Erkrankungen, da diese das Wohlbefinden der letzten Lebensphase steigern kann. Die Patientenverfügung mit Vorsorgevollmacht, eine Zweitmeinung und einen guten Kontakt zum Hausarzt seien wichtig. Thöns: „Trotz meiner Leserreise durch ganz Deutschland, habe ich selten in einem so übervollen Raum mit derart interessierten Menschen vorgetragen.“ Dr. Hermann-Josef Bergmann nennt ebenso die Wichtigkeit der Palliativversorgung: „Zur guten Patientenversorgung gehört das ausführliche Gespräch und das Zuhören, das kostet Zeit und Zeit kostet Geld, aber Empathie und Zuneigung ist in der Patientenversorgung unbezahlbar.“ Wie die medizinische Überversorgung am Lebensende häufig schadet und wie wichtig die Palliativversorgung ist, erklärten Thöns und Bergmann ausführlich. Im Anschluss wurde rege diskutiert. „Wir werden leider oft erst dann gerufen, wenn es viel zu spät ist. Das ist Sterbebegleitung und nicht Palliativversorgung“, sagt Ilona Konken Koordinatorin Palliativstützpunkt Nördliches Emsland während der Diskussion.
Foto(s): Hümmling Hospital Sögel. Abdruck honorarfrei.

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Bildunterschrift: Dr. med. Matthias Thöns, Palliativmediziner

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