Akute Pankreatitis


Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist immer ein Notfall

Oft wird eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse durch Gallensteine verursacht. Doch es gibt weitere Auslöser. Unter akuter Pankreatitis versteht man eine plötzlich einsetzende Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Plötzliche, gürtelförmige Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und erhöhte Temperaturen, sowie ein Anstieg der bauchspeicheldrüsenspezifischen Enzyme über das dreifache der Norm im Blut lassen eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse vermuten. Vervollständigt wird dieser Verdacht durch eine Ultraschalluntersuchung, eine Computertomographie (CT), sowie Bestimmung der Bauchspeicheldrüsenenzyme und spezieller Blutwerte.


Normalerweise stellt die Bauchspeicheldrüse Enzyme her, die erst, nachdem sie in den Dünndarm gelangen, zur Verdauung beitragen. Bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung entfalten die Enzyme irrtümlicherweise schon in der Bauchspeicheldrüse selbst ihre Wirkung, so dass sie sich quasi selbst verdaut.


Was sind die Auslöser einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung?


Die Liste möglicher Ursachen für eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ist lang. Dennoch hat sich gezeigt, dass die meisten Fälle einer Entzündung auf einen übermäßigen Alkoholgenuss sowie Nikotinkonsum zurückzuführen sind oder auf ein bekanntes Volksleiden – das Gallensteinleiden.


Bei 20% der Bevölkerung kann man Gallensteine nachweisen, die aber nicht unbedingt Probleme bereiten müssen. Mit steigendem Lebensalter nimmt die Anzahl der Gallensteinträger deutlich zu. Erst wenn solche Steine die Gallenblase verlassen und in den Galleausführungsgang gelangen, können sie auch den Bauchspeicheldrüsenausführungsgang verlegen und so eine akute Entzündung hervorrufen. Der Aufstau von Gallengängen und Bauspeicheldrüsengang lässt sich durch eine endoskopische Entfernung des Gallensteins aus dem Gallengang heilen. Hierbei wird ein Endoskop in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. Über das Endoskop wird ein Draht in das Ventil des Ausführungsganges der Gallenwege vorgeführt und Kontrastmittel gespritzt. Wenn sich ein Stein im Gallengang befindet, kann dies Ventil mit einem kleinen Schnitt eröffnet und der Stein mit einem Körbchen oder Ballon entfernt werden. Die beschriebene Untersuchung nennt sich ERCP.


Langfristig muss die Gallenblase im entzündungsfreien Intervall entfernt werden, damit keine weiteren Gallensteine den Gallengang verlegen können. Meistens ist die Entfernung der Gallenblase laparoskopisch, durch kleine Schnitte in der Bauchdecke, möglich. Ein kleiner Teil der Entzündungen ist zurückzuführen auf bestimmte Medikamente, Infektionen, Fehlbildungen im Bereich der Bauchspeicheldrüse oder Stoffwechselstörungen. Bei einigen Patienten tritt eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung immer wieder auf, ohne dass eine Ursache gefunden werden kann.


Rasche Diagnose und Therapie sind bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung sehr wichtig


In der Regel suchen die Betroffenen den Arzt wegen der plötzlich einsetzenden Schmerzen auf. Nach einem Gespräch über die genauen Beschwerden, die Begleitumstände, mögliche Vorerkrankungen und Parallelen in der Verwandtschaft wird der Arzt den Patienten körperlich untersuchen. Weitere Hinweise liefern Blut- und Ultraschall-Untersuchungen. Bilder liefern auch die Computertomografie (CT) sowie die Magnetresonanztomografie und endoskopischem Ultraschall. Mit diesen Methoden lassen sich die Gallen- und Pankreasgänge beurteilen.


Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung muss im Krankenhaus behandelt werden, in schweren Fällen auf der Intensivstation


Weil eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung schwer verlaufen und sogar lebensbedrohlich sein kann, muss der Patient üblicherweise im Krankenhaus überwacht werden. Er erhält Schmerzmittel. Außerdem bekommt er reichlich Flüssigkeit über die Venen. Bei starken Schmerzen kann kurzzeitig eine Pause bei der Nahrungszufuhr notwendig sein. Selbstverständlich ist das Trinken von Alkohol oder das Rauchen nicht erlaubt. Hält die Entzündung längere Zeit an, muss eine künstliche Ernährung erfolgen. Das geschieht über die Venen oder – und das wird heute bevorzugt – über einen dünnen Schlauch (eine Sonde), der über die Speiseröhre und den Magen in den Dünndarm eingelegt wird. Haben Schmerzen und Entzündung nachgelassen, erfolgt ein vorsichtiger Kostaufbau mit leicht verdaulichen Speisen, zunächst überwiegend Kohlenhydrate.


Die operativen Verfahren richten sich immer nach den Gegebenheiten, nach einer akuten Pankreatitis sind Operationen eher selten. Wenn allerdings eine chronische Pankreatitis vorliegt, sind Operationen oder weitere endoskopische Eingriffe häufiger vonnöten.


Weiteren Entzündungsschüben entgegenwirken


Um weiteren Krankheitsschüben vorzubeugen, sollten die Auslöser – soweit möglich – beseitigt werden. Je nach Ursache heißt das zum Beispiel: Gallensteine oder eine steinhaltige Gallenblase müssen entfernt, auf Alkohol und Nikotin sollte verzichtet werden. Der Arzt wird Störungen des Fettstoffwechsels oder der Nebenschilddrüsen behandeln und ungeeignete Medikamente durch andere ersetzen. Grundsätzlich ist eine gesunde Lebensführung mit viel Bewegung, einer vielseitigen gesunden Ernährung zu empfehlen, wobei die Mahlzeiten auf mehrere kleinere Portionen verteilt werden sollen.


Bildunterschrift Bild 1: Chefarzt Herbert Jablonski, Facharzt für Allgemein- und Visceralchirurgie am Hümmling Hospital Sögel.


Bildunterschrift Bild 2: Chefarzt Dr. med. Ralf Meyer, Facharzt für Innere Medizin am Hümmling Hospital Sögel.

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