Nutzen und Risiken von Magenmedikamenten

 
Bei ca. 12 % der Bevölkerung in Deutschland gehört die „Magentablette“ zum Frühstück dazu. Es handelt sich um Protonenpumpenblocker (PPI) wie Omeprazol, Esomeprazol, Pantoprazol, Lanzoprazol oder Rabrazol. Zunehmend suchen durch Fernsehsendungen verunsicherte Patienten ihre Ärzte auf in Sorge um mögliche Nebenwirkungen.

 

Wann ist die Behandlung sinnvoll und welche Nebenwirkungen können auftreten? Seit etwa 25 Jahren behandelt man mit PPI den krankhaften Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (Refluxkrankheit) und Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Bei der Gabe von entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie ASS, Diclofenac, Ibuprofen etc. werden sie zum Schutz vor Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren verordnet. Ein begünstigender Faktor für die Entstehung von Geschwüren ist das sogenannte Magenbakterium Helicobacter pylori. Durch die kurzzeitige Gabe von PPI mit bestimmten Antibiotika lässt es sich ausmerzen.
Der sogenannte Reizmagen oder gelegentliche Unpässlichkeit sind kein Grund zur Einnahme dieser Medikamente. Welche Nebenwirkungen werden tatsächlich beobachtet? Häufig treten auf: Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Kopfschmerzen, Verstopfung und Übelkeit. Ähnliche Nebenwirkungen sieht man allerdings auch unter Scheinmedikamenten (Placebo).
Da unter Behandlung mit PPI die Magensäureproduktion verringert wird, könnte es bei Langzeitbehandlung zu Vitamin B12-Mangel kommen, der sich problemlos behandeln lässt. Die Diskussion über ein erhöhtes Osteoporose- und damit Knochenbruchrisiko ist noch nicht abgeschlossen. Das Risiko, durch über den Mund aufgenommene Keime aufgrund eines Mangels an Magensäure eine Infektion zu bekommen, ist unabhängig von der Ursache des Säuremangels sehr gering. Es gibt weitere diskutierte Krankheitsrisiken unter einer Langzeittherapie mit PPI wie chronisches Nierenversagen, erhöhte Rate von Demenz und erhöhtes Herzinfarktrisiko. Die Diskussion stützt sich auf fragwürdige statistische Verfahren und Daten, die kritisch zu bewerten sind.
Bei begründeter und kontrollierter Anwendung sind die Protonenpumpenblocker sichere und hochwirksame Medikamenten, für die es bislang keine vernünftige Alternative gibt. In der Regel veranlasst der Hausarzt eine Magenspiegelung, um die Ursache der Beschwerden abzuklären. Hier ist der spezialisierte Internist / Gastroenterologe gefordert, um festzustellen, ob eine Behandlung mit einem PPI sinnvoll wäre. Regelmäßig sollte die Notwendigkeit der weiteren Medikamenteneinnahme hinterfragt werden. Nur nach Rücksprache mit dem Hausarzt sollten Patienten die mittlerweile auch frei verkäuflichen PPI einnehmen oder absetzen.

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